PRESSEMITTEILUNG

IHK-Mitglied protestiert gegen „Red Storm Business“ der Handelskammer Hamburg

Offener Brief an Handelskammer-Präses Prof. Norbert Aust mit dem Titel „Protest gegen Red Storm Business – Handelskammer darf Unternehmen nicht in eine zivil-militärische Gesamtübung hineinziehen“

Hamburg, den 1. August 2026 – Ein Mitglied der Handelskammer Hamburg protestiert in einem offenen Brief an den Präses der Handelskammer Hamburg_ Prof. Norbert Aust_ gegen die Bewerbung und Durchführung von „Red Storm Business“. Die Handelskammer ruft ihre Mitgliedsunternehmen dazu auf, am 24. September 2026 ihre Krisenfestigkeit anhand eines Stromausfallszenarios zu testen. Der Aktionstag findet ausdrücklich parallel zur zivil-militärischen Übung „Red Storm Charlie“ statt.

Der Protest richtet sich nicht gegen betriebliche Krisenvorsorge. Im Gegenteil: Unternehmen müssen auf Stromausfälle, Kommunikationsstörungen, Lieferkettenprobleme, Cyberangriffe und andere Krisen vorbereitet sein. Kritisiert wird jedoch, dass diese sinnvolle Vorsorge in den Kontext einer zivil-militärischen Bundeswehrübung gestellt wird.

In dem offenen Brief heißt es, eine öffentlich-rechtliche Kammer mit Pflichtmitgliedschaft dürfe ihre Mitglieder nicht in den Kommunikationsrahmen einer zivil-militärischen Großübung hineinziehen. Die Handelskammer habe das Gesamtinteresse ihrer Mitgliedsunternehmen zu vertreten. Dazu gehörten auch Unternehmen, die eine Einbindung wirtschaftlicher Strukturen in militärische Übungsformate kritisch sehen.

„Betriebliche Krisenvorsorge ist sinnvoll und notwendig. Aber sie darf nicht dazu führen, dass Unternehmen über die Handelskammer schrittweise in eine militärische Gesamtstrategie eingebunden werden“, erklärt das IHK-Mitglied. „Red Storm Business wirft rechtliche und politische Fragen auf, die vor einer weiteren Bewerbung offen beantwortet werden müssen.“

Der offene Brief fordert die Handelskammer Hamburg insbesondere auf,

  • „Red Storm Business“ organisatorisch und kommunikativ von „Red Storm Charlie“ zu entkoppeln,
  • die rechtliche Grundlage der Beteiligung offenzulegen,
  • Kosten, Kooperationspartner und Entscheidungswege transparent darzustellen,
  • klarzustellen, welche Daten teilnehmender Unternehmen erhoben, gespeichert oder weitergegeben werden,
  • sicherzustellen, dass Unternehmen nicht durch Logos, Teilnehmerlisten oder sonstige Veröffentlichungen in einen politischen Kontext gestellt werden, dem sie nicht ausdrücklich zugestimmt haben.

Aus Sicht des Landesverbandes Hamburg der Basisdemokratischen Partei Deutschland_ dieBasis_ zeigt der Vorgang ein grundsätzliches Problem. Zivile Krisenvorsorge, wirtschaftliche Selbstverwaltung und militärische Verteidigungsplanung werden zunehmend miteinander verknüpft. Gerade in einer Handelskammer mit Pflichtmitgliedschaft bedarf eine solche Rahmung besonderer Zurückhaltung, Transparenz und demokratischer Sensibilität.

„Hamburg braucht funktionierende Unternehmen, widerstandsfähige Infrastruktur und gute Notfallpläne. Hamburg braucht aber keine schleichende Normalisierung militärischer Übungsszenarien in der wirtschaftlichen Selbstverwaltung“, heißt es in dem offenen Brief.

Hintergrund ist die für September 2026 geplante Übung „Red Storm Charlie“ auf Hamburger Stadtgebiet. Nach bisheriger Darstellung sollen dabei Bundeswehr, Behörden, Sicherheits- und Hilfsorganisationen sowie weitere zivile Akteure zusammenwirken. „Red Storm Business“ soll Unternehmen parallel dazu ermöglichen, ein eigenes Krisenszenario durchzuspielen. Gerade diese ausdrückliche Kopplung an eine zivil-militärische Großübung ist Gegenstand der Kritik.

Der offene Brief liegt im Wortlaut vor und kann auf Anfrage übermittelt werden.

Pressekontakt:         dieBasis Landesverband Hamburg

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